Der Stadtseniorenrat hat 2011 die Arbeit auf den in den vorigen Jahren abgesteckten Problemfeldern fortgeführt.
- Eine besondere Aufmerksamkeit galt der Sorge für ein ausreichendes Angebot von Wohnplätzen in den Pflegeheimen der Stadt. Die bestehenden Häuser wurden regelmäßig besucht (Frau Ritter, Frau Hafner, Frau Lingnau), es wurden regelmäßig Belegungsstatistiken erstellt, einzelne Vertreter des Rats sind in die Beratungen über die Errichtung neuer Heime ("Don Bosco" - und "Jungerhalde"- Projekt) involviert worden (Herr Heuer), es haben diverse Gespräche über die Etablierung von Pflegeheimen in den Vororten stattgefunden (u.a. Frau Sippel). - Die Statistiken weisen ab Mitte 2011 nach einer schwachen Belegungsdelle in den vorigen Jahren wieder durchweg volle Häuser auf, es gibt Wartelisten.
- Sorgen bereitet der diesbezügliche Arbeitsmarkt: Es fällt nach Auskunft des einen oder anderen Hauses aus den bekannten Gründen zunehmend schwerer, qualifiziertes Personal zu rekrutieren. Als Beitrag zur gesellschaftlichen Aufwertung des Pflegeberufs hat der Stadtseniorenrat ein "Pflegerfest" organisiert, das von den Konstanzer Serviceclubs gesponsert worden ist. Der Erfolg war beachtlich, sodaß eine Wiederholung (vielleicht sogar eine jährliche Veranstaltung) ins Auge gefaßt wurde.
- Fortgesetzt hat der Rat die aktive Beobachtung der Entwicklungen im Krankenhauswesen der Stadt. So haben mehrere einschlägige Beratungsrunden stattgefunden: mit Bürgermeister Boldt (generell "Senioren in der Klinik"), mit Dr. Zantl über altersspezifische Probleme der ärztlichen Versorgung, mit Prof. Reith über die Einrichtung einer Palliativstation, mit Frau Hinderer über das Hospizkonzept.
- Eingeschaltet hat sich der Rat in Kooperation mit dem Behindertenbeauftragten in die Beratungen der Stadtplaner zu einer Umstrukturierung der Verkehrssituation am Bahnhofsvorplatz (wohl ohne nennenswerten Erfolg). - Der Einspruch des Rats gegen die Freigabe des Fahrradverkehrs in den Abend- und Morgenstunden wurde von der Stadtverwaltung vorerst abgelehnt.
- Die Bemühungen um eine Organisation des Seniorensports in Konstanz wurden fortgesetzt, indem multilaterale Verhandlungen u. a. Mit dem sportwissenschaftlichen Institut und mit dem Sport- und Bäderamt der Stadt geführt wurden (Herr Lerch). - Inzwischen haben diesbezüglich einschlägige Gespräche mit Delegierten des Kreisseniorenrats stattgefunden (Herr Lerch u.a.).
- Fortsetzung hat auch die langjährige Veranstaltungsreihe der "Freitagserzähler" mit ihrem Programm einer generationsspezifischen Biographik gefunden (12 Nachmittage).
- Eine Arbeitsgruppe des Rats hat über Mittel und Wege beraten, das Tabuthema "Gewalt im Alter" auf die öffentliche Diskurstagesordnung zu bringen (Schwenk, Heuer, Schmidt, Lehn, Oettinger). Ein Antrag auf Zuteilung von Förderungsgeld für ein Forschungsprojekt in Kooperation mit der Universität war bisher noch nicht erfolgreich. Vorderhand soll die Öffentlichkeit mit einem Vortragsprogramm für das Problem sensibilisiert werden.
- In das Beobachtungsfeld des Stadtseniorenrats gehört auch der Wohnungsbau. Die Projekte Schmittenbühl (Dettingen) und Petershauser Bahnhof mit ihren auch die Senioren betreffenden Perspektiven wurden zur Kenntnis genommen (von Sondern).
- Besonders erfreulich war die Zusage von Herrn Boldt, eine Erhöhung des jährlichen Zuschusses für die Arbeit des Stadtseniorenrats im nächsten Haushaltsentwurf der Stadt auf 1200 Euro zu befürworten.
- Zum Jahresende stellte Herr Oettinger das Amt des Vorsitzenden, das er seit 2001 ausgeübt hat, zur Verfügung. In der damit fälligen Nachwahl wurde Frau Dorothee Schmidt zur Nachfolgerin erkoren.
Prof. Dr. Klaus Oettinger